Rundschreiben

06.04.2021

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ATAD-Umsetzungsgesetz: Mehr als 15 Monate nach dem ersten Entwurf folgt der Gesetzentwurf der Bundesregierung

Die Richt­li­nie (EU) 2016/1164 des Ra­tes vom 12. Juli 2016 so­wie die Richt­li­nie (EU) 2017/952 des Ra­tes vom 29. Mai 2017 (EU Anti-Tax-Avoidance-Directives oder ATAD 1 und ATAD 2) hät­ten nach Ar­ti­kel 11 ATAD 1 be­reits bis zum 31. Dezember 2018, be­zie­hungs­wei­se nach Ar­ti­kel 2 ATAD 2 bis zum 31. Dezember 2019, in na­tio­na­les Recht um­ge­setzt wer­den müs­sen. In Deutsch­land steht die Um­set­zung bei­der Richt­li­nien je­doch mehr als 15 Mo­na­te nach Ver­öf­fent­li­chung des ers­ten Ent­wur­fes ein­es Um­set­zungs­ge­set­zes am 10. Dezember 2019 im­mer noch aus. Im­mer­hin könn­te theo­re­tisch die Um­set­zung der Re­ge­lung zu den um­ge­kehrt hy­bri­den Ge­sell­schaf­ten noch recht­zei­tig bis En­de die­sen Jah­res um­ge­setzt wer­den.

Im Rah­men des seit mehr als 15 Mo­na­ten lau­fen­den Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­rens zur Um­set­zung soll zum ei­nen ei­ne um­fas­sen­de Re­form der Hin­zu­rech­nungs­be­steu­er­ung nach dem Au­ßen­steu­er­ge­setz er­fol­gen (Um­set­zung ei­nes Teil­be­reichs der ATAD 1 Richt­li­nie). Zum an­de­ren soll das Ge­setz Be­steu­er­ungs­in­kon­gru­en­zen aus­räu­men, die aus dem Ein­satz hy­bri­der Fi­nanz­in­stru­men­te oder durch die Be­tei­li­gung an hy­bri­den Ge­sell­schaf­ten ent­ste­hen (Um­set­zung der ATAD 2 Richt­li­nie). Wir möch­ten Ih­nen die Ent­wick­lung der Ent­wür­fe bis zum letz­ten Ge­set­zes­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fi­nan­zen vom 17. März 2021 vor­stel­len, der am 24. März 2021 un­ver­än­dert als Re­gie­rungs­ent­wurf be­schlos­sen wur­de und nun­mehr dem Bun­des­rat vor­ge­legt wer­den wird.

15.12.2020

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Finanzministerium veröffentlicht Entwurf zur Verbesserung des Fondsstandorts Deutschland
Der Re­fe­ren­ten­ent­wurf des Bun­des­fi­nanz­mi­ni­ste­riums ent­hält Zwin­gen­des und Zu­sätz­li­ches. Zwin­gend ist zu­nächst die Um­set­zung der EU-Richt­li­nie zum grenz­über­schrei­ten­den Ver­trieb von Or­ga­nis­men für ge­mein­sa­me An­la­gen (Stich­wort: Pre-Mar­ke­ting) so­wie die Um­set­zung zwei­er EU-Ver­ord­nun­gen zum The­ma Nach­hal­tig­keit. Hier ist Deutsch­land mit dem Ent­wurf zu­min­dest zeit­lich ganz vorn. Zu­sätz­li­ches fin­det sich zu dem The­ma Stär­kung des Fi­nanz­stand­or­tes Deutsch­land. Al­lein die For­mu­lie­rung die­ses Zie­les lässt be­reits die Her­zen der Fonds­in­du­strie hö­her schla­gen, so nett an­ge­spro­chen wur­de man schon lan­ge nicht mehr. Tat­säch­lich fin­den sich Re­ge­lun­gen zu ei­nem neu­en of­fe­nen Pu­bli­kums-AIF: Gleich hin­ter dem Im­mo­bi­lien-Son­der­ver­mö­gen wird in ei­nem neu­en Un­ter­ab­schnitt 6 das In­fra­struk­tur-Son­der­ver­mö­gen ins Le­ben ge­ru­fen. Auch für Spe­zial-AIF gibt es et­was: Der § 139 Ka­pi­tal­an­la­ge­ge­setz­buch er­hält ei­nen wei­te­ren Satz und die pro­fes­sio­nel­len An­le­ger ei­nen ge­schlos­se­nen Spe­zial-AIF in der Rechts­form ei­nes Son­der­ver­mö­gens. Da­ne­ben noch ein paar De­tails: Ge­sell­schaf­ter­dar­le­hen bei 100 Pro­zent Im­mo­bi­lien­ge­sell­schaf­ten, wei­te­re Be­fug­nis­se der Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht, ge­schlos­se­ne Master-Feeder für pri­va­te An­le­ger und noch Di­gi­ta­les. Steu­er­lich gibt es noch neue Re­ge­lun­gen für Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen an „Start-ups“ und ei­ne Um­satz­steu­er­be­frei­ung für Ver­wal­tungs­leis­tun­gen an „Wa­gnis­ka­pi­tal­fonds“. Die aus un­se­rer Sicht wich­tig­sten Ge­setz­es-Ent­wür­fe stel­len wir Ih­nen gern ge­nau­er vor.
13.08.2020

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Begründung einer inländischen Betriebsstätte durch Auslagerung von Tätigkeiten an inländische Managementgesellschaft

Das Fi­nanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ent­schied mit Ur­teil vom 21. November 2019, dass eine in­län­dische Be­triebs­stät­te ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft mit Ort der Ge­schäfts­lei­tung im Aus­land schon dann vor­liegt, wenn für die Wahr­neh­mung all­um­fas­sen­der Grund­stücks­ver­wal­tungs­tä­tig­kei­ten, eine im In­land an­säs­si­ge Ma­nage­ment­ge­sell­schaft mit ei­ge­nen Ge­schäfts­räu­men be­auf­tragt ist. Ma­nage­ment­ge­sell­schaft in die­sem Zu­sam­men­hang ist eine Ver­wal­tungs­ge­sell­schaft, die hin­sicht­lich ei­nes im In­land ge­le­ge­nen Grund­stücks Ar­bei­ten in Be­zug auf die Be­wirt­schaft­ung der Immo­bi­lie wahr­nimmt. Auch wenn das Ur­teil den Son­der­fall ei­ner in­län­di­schen GmbH oh­ne Ge­schäfts­ein­rich­tun­gen im In­land und mit Wohn­sitz des ein­zi­gen Ge­schäfts­füh­rers im Aus­land be­trof­fen hat, sind die steuer­lichen Fol­gen oh­ne wei­te­res auch auf aus­län­dische Ge­sell­schaf­ten über­tra­gen. Im Fol­gen­den ha­ben wir da­her be­reits den Sach­ver­halt zum bes­se­ren Ver­ständ­nis ab­ge­wan­delt. Re­le­vant ist die­ses Ur­teil da­mit ins­be­son­dere für ty­pische Inbound Real Estate Struk­tu­ren über aus­län­di­sche Ge­sell­schaf­ten mit deut­schen Im­mo­bi­lien.

Hinweis: Dieses Rundschreiben ist auch in englischer Sprache verfügbar:
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